Geschichte und Entwicklung

Das Fasziendistorsionsmodell, wurde seit Anfang der 1990 Jahre von dem amerikanischen Arzt und Osteopathen Dr. Stephen Phillip Typaldos (1957 – 2006) entwickelt. Dr. Typaldos arbeitete zu dieser Zeit als Notarzt in einem Krankenhaus und war mit den Ergebnissen seiner täglichen Arbeit nicht zufrieden.

Er stellte sich die Frage, warum die herkömmlichen Therapieansätze keine nachhaltigen Verbesserungen bei seinen Patienten hinterließen und machte sich auf die Suche nach neuen Therapiemöglichkeiten.

Bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahre 2006 entwickelte er das Fasziendistorsionsmodell weiter und unterrichtete in den USA, Europa und Japan.

Das Fasziendistorsionsmodell geht davon aus, dass die meisten, wenn nicht sogar alle Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Bereich des Bewegungsapparates des Menschen auf 1 bis 6 Distorsionen (Verdrehungen und Verformungen) des Bindegewebes (Faszien) zurückzuführen sind.

Identifiziert und korrigiert man die Distorsionen mit den jeweiligen Techniken, sind die Distorsionen nicht mehr vorhanden und die Funktion ist wieder hergestellt. Das kann je nach Patient mehrere Behandlungen erfordern, im besten Fall nur eine.

Indikationen

  • Verletzungen des Bewegungsapparates / Unfälle
  • Schmerzen im Bewegungsapparart
  • Bewegungsverlust von Gelenken und Körperabschnitten
  • neurologische Krankheitsbilder/ z.B. Apoplex
  • Missempfindungen - ungeklärte Schmerzsyndrome

Kontraindikationen

Das FDM ist ein anatomisches Behandlungs- und Diagnosemodell. Gegen das Modell gibt es keine echten Kontraindikationen, es sollte aber bei folgenden Patienten mit besonderer Vorsicht gehandelt und in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, die Therapie besprochen werden.

  • Osteoporose
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Frakturen (je nach Beruf des Therapeuten)
  • Hautverletzungen / offene Wunden
  • Gefäßerkrankungen
  • Inkarzernierte Hernien
  • Kollagenosen
  • Aneurysma
  • Infektionen

6 Distorsionen

Im FDM unterteilen wir die Beschwerden, die unsere Patienten zeigen in 6 unterschiedliche Distorsionen. Diese können entweder einzeln oder auch in verschiedenen Kombinationen auftreten. Jede Distorsion hat Ihren eignen Charakter, der sich durch Symptom, Ort, Gestik und Klinik zu den anderen Distorsionen unterscheidet.

Hier finden sie die Auflistung der Distorsionen, in der Reihenfolge ihrer Entdeckung

  • Triggerband – ein verdrehtes oder zerknittertes Faszienband
  • Hernierter Triggerpunkt – abnormale Vorwölbung von Gewebe durch eine Faszienebene
  • Kontinuumdistorsion – Übergangsstörung zwischen Band, Sehne und Knochen
  • Faltdistorsion – dreidimensionale Verdrehung einer Faszienebene
  • Zylinderdistorsion – Verdrehungen der zylindrischen Fasern der Oberflächenfaszie
  • Tektonische Fixation – Veränderung und Verlust der Gleitfähigkeit zweier Faszienoberflächen

Zusammenfassung

Das Fasziendistorsionmodell bietet für Ärzte und Therapeuten eine sehr effektive und therapeutische Ergänzung für die täglichen Arbeit. Dr. Typaldos benannte es anfangs als Ortopathische Medizin, die Zusammenführung von Osteopathie und Orthopädie. Die Informationen, die der Patient dem Therapeuten gibt, in die Therapie zu integrieren und neu zu interpretieren, bietet uns eine neue Möglichkeit der Hilfe und Heilung. Wir können mit dem Fasziendistorsionsmodell die Beschwerden und Symptome auf bisher unbekannte Weise verstehen, was uns neue Therapieansätze eröffnet.

Danke, Dr. Typaldos!